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Europeade bringt Gotha zwei Millionen Euro

Fast 600.000 Euro gehen an regionale Firmen, die Stadtverwaltung nimmt beim Fest letztes Jahr 24.000 Euro ein.

Dirk Bernkopf
Fünf Tage lang wurde im Sommer 2023 in Gotha die Europeade mit Musik und Tänzen an zahlreichen Orten in Gotha gefeiert. Die über 100.000 Besucher haben Wirtschaft und Kulturlandschaft der Re­gion nachhaltig gestärkt. Kleines Bild: Katharina Neumann (links, Projektmanagerin Thüringer Trach­tenjugend) und Maria Marr (Geschäftsstellenleiterin Thüringer Trachtenverband) erwiesen sich laut Knut Kreuch als geniale Veranstaltungsmanagerinnen bei der 58. Europeade.

Dirk Bernkopf


Gotha. Die 58. Europeade in Gotha ist Geschichte. Rund 5000 Teilneh­mer und 100.000 Gäste feierten im Juli vergangenen Jahres fünf Tage lang mit Musik und Tanzen aus ganz Europa. Die Zeit danach ist die Zeit des Kassensturzes. Der Thüringer Landestrachtenverband hatte als Ausrichter Nettokosten von 740.000 Euro kalkuliert, muss­te aber am Ende des Festes 745.203 Euro aufbringen.

"Wir haben kein Minus gemacht, aber auch keinen Gewinn. Geblie­ben ist lediglich ein dickes Sympa­thie-Plus bei den Teilnehmern und Gästen", resümiert Gothas Ober­bürgermeister Knut Kreuch (SPD) in seiner Funktion als Vorsitzender des Landestrachtenverbandes. Alle Mehrausgaben konnten von den Ausrichtern gedeckt werden, bestä­tigen auch Maria Marr, Geschäfts­stellenleiterin vom Thüringer Trachtenverband, und Katharina Neumann, Projektmanagerin Thü­ringer Trachtenjugend. Beide erwie­sen sich laut Kreuch als geniale Ver­anstaltungsmanagerinnen.


112 Aufträge gehen an Firmen

in Stadt und Landkreis Gotha

,,Dennoch ist Geld hiergeblieben", sagt Kreuch und verweist darauf, dass bei einer statistisch errechne­ten Geldausgabe von 22,50 Euro pro Tag und Kopf die Gäste des Fe­stes 2,25 Millionen Euro in Gotha gelassen haben.

Auch für hiesige Firmen hat sich die Europeade gelohnt. Allein 81 Aufträge mit einer Gesamtsumme von 386.000 Euro und damit mehr als die Hälfte aller Aufträge konnte an Gothaer Firmen vergeben werden. Weitere 31 Aufträge im Wert von 208.000 Euro gingen an Firmen im Landkreis Gotha. Beispielhaft nannte Kreuch das Catering für die Festivalteilnehmer in der Stadthalle im Wert von 210.000 Euro.

Seit 27 Jahren steht Kreuch an der Spitze des Landestrachtenver­bandes und hat somit für das Festi­val doppelte Verantwortung getragen. Finanziell profitierte von der Doppelbeziehung jedoch nur die Stadtverwaltung, unterstreicht Kreuch. Der Ausrichter musste wie jeder andere Veranstalter auch für entstehende Kosten aufkommen. Fast 24.000 Euro zahlte man an die Verwaltung für Gebühren, Sonder­nutzungen, Brandschutzwachen und Verkehrsschilder und Druckkosten. Auch wenn einige beson­ders engagierte Mitarbeiter Urlaub für das Fest nahmen, fielen 6800 Euro Auslöse für städtisches Perso­nal an. Für Reinigung, Müllentsor­gung, Strombeschaffung und Leis­tungen der Kultourstadt Gotha GmbH stellten städtische Unter­nehmen über 50.000 Euro in Rech­nung.


Beglichen wurden die Kosten unterem durch Teilnehmerbeiträge (294.000 Euro), Firmensponsoring (89.000 Euro), Förderung der Kreis­sparkasse (92.100 Euro), Stadt Go­tha (150.000 Euro), Land Thürin­gen (70.000 Euro) sowie durch Spendender Botschafterinnen und Botschafter (50.000Eur).

Die Gema hat der Europeade übrigens keine Rechnung erstellt. "Die Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte begnügte sich mit einem Generalvertrag, den sie mit dem deutschen Trachtenverband abgeschlossen hat", so Kreuch erleichtert. "Das hat uns bestimmt eine fünfstellige Summe erspart."


Stadträte sollen erfahren,

was mit dem Geld geschehen ist

Das Zahlenwerk stellte der Ober­bürgermeister am Donnerstag­abend auch in der Stadtratssitzung vor. ,,Die Stadträte haben 150.000 Euro für die Europeade bewilligt, sie sollen natürlich auch erfahren, was damit in Gotha geschehen ist", so Kreuch.

Die 59. Europeade findet vom 24. bis 28. Juli in Nuoro auf Sardinien statt. Im Reisebüro „Sonnenklar" gebe es noch wenige freie Plätze für einen Bürgerbus, weiß Maria Marr.



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