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Gotha feiert unterm Friedenstein

Volkskunst- und Trachtenfest Europeade entfaltet zum zweiten Mal besondere Strahlkraft

Uwe-Jens Igel

UWE-JENS IGEL/ARCHIV
Knut Kreuch (links) und Rüdiger Heß, Präsident des Europeade-Komit-ees, übergeben die Eu-ropeadeflagge an And-rea Suddo aus Nuoro auf Sardinien.

Ja, unsere Stadt hat es wieder getan. Im Juli 2023 hat sie gemeinsam mit dem Thüringer Landestrachtenverband das europäischste aller Feste organisiert und mustergültig veranstaltet. Die 58. Europeade. Nach 2013 war Gotha erneut Ausrichter dieser fünftägigen Party der Lebensfreude und präsentierte sich als her-vorragender Gastgeber.

Dabei ist solch ein Fest eine finanzielle und logistische Mammutaufgabe für eine vergleichsweise kleine Stadt wie Gotha. Zumal dieses Fest, welches Menschen aus ganz Europa zusammenbringt und den Ge-danken von Europa fühl- und erleb-bar macht, noch immer ohne auch nur einen Cent Unterstützung von der Europäischen Union auskommen muss. Auch 2023 haben sich in Gotha einzelne EU-Parlamentarier wieder nur im Glanze dieses Festes gesonnt. Hilfe und Unterstützung kam von ihnen nicht und ist auch wohl nicht zu erwarten.


Wie schon 2013 galt es rund 4500 Menschen allen Alters ein Quartier zu geben und sie zu versorgen. Es galt auch etwa 100 Veranstaltungsauftritte zu organisieren und den zirka einhunderttausend Zuschau-er während dieser Zeit ein friedliches buntes Volksfest in Frieden und Harmonie zu präsentieren.

Wieder ist Gotha das auf bemerkenswerte Weise gelungen. Unzähligen Helfern hinter den Kulissen sei Dank konnten die gut 200 Gruppen aus 22 europäischen Ländern beim „Zusammensein unterm Friedenstein“ ihr Brauchtum aus Musik, Gesang und Tanz präsentieren. Dabei zeigten sie nicht nur mit ihren bunten und traditionellen Trachten die Geschichte und Tradition ihrer Region, sondern waren und sind auch Botschafter ihrer Provinz, ihres Landes.


Der Vision eines geeinten Europas auf Basis von gegenseitigem Respekt und Freundschaft zwischen den Kulturen folgend hatte der Flame Mon De Clopper (1922-1998), einst Vorsitzender der Flämischen Volkskunstbewegung (VVKB) mit einer Handvoll Gleich-gesinnter, die Idee zur ersten Europeade, die 1964 in Antwerpen statt-fand. Sie vereinte Flamen, Niederländer, Engländer, Franzosen, Deutsche mit im Exil lebenden Ukrainern, Jugoslawen und Polen, die in ihren traditionellen Trachten ihre Lieder sangen und ihre Tänze tanz-ten. Außerdem erhielt die erste Erklärung über das Ziel der Europeade den Titel „An die Jugend von Europa“. Frieden unter den europäischen Jugendlichen war von Beginn an die treibende Kraft von Mon De Clopper. Damals wie heute

– jetzt erst recht.


In Gotha wurde das erneut mit Bravour unter Beweis gestellt. In den Straßen und auf den Plätzen der Stadt sangen und tanzten Menschen verschiedener Kulturen, zwischen West-Frankreich und dem Baltikum vom Norden Skandinaviens bis zur äußersten Spitze der iberischen Halbinsel, gemeinsam mit den Gothaern und ihren Gästen. Ob auf den Bühnen, bei der großen Parade oder im Stadion, europäische Volkskunst und Lebensfreude paarte sich hier mit Thüringer Herzlichkeit und Goth’scher Gastfreundschaft und stellte neuer-ich unter Beweis, dass eine Europeade das beste Aushängeschild für ein geeintes Europa in Frieden und Freiheit ist, für das sich alle Menschen stark machen müssen.


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