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SPD setzt weiter auf Knut Kreuch

Der 57-Jährige will Oberbürgermeister bleiben. Seine Partei steht hinter ihm und seinen Plänen für eine nächste Amtszeit


Tobias Leiser

TOBIAS LEISER
Knut Kreuch (SPD) will zum vierten Mal zur Oberbürgermeisterwahl antreten. Für Gotha hat er noch viele Pläne.

Gotha. Der Tivoli-Saal verwandelt sich in die Kabine eines Box-Teams. Kämpferische Rhetorik bestimmt den Abend. Das Team steht vor einem wichtigen Jahr und großen Herausforderungen. Alle sind sich einig: Es wird ein hartes Jahr - aber nicht aussichtslos.

Am Donnerstagabend startet der SPD-Ortsverein Gotha in das Superwahljahr. Landrat, Land- und Kreistag sowie Abgeordnete des EU-Parlamentes werden 2024 gewählt. Und obendrein stehen auch noch Kommunalwahlen an. Der Ortsverein kommt zusammen, um seinen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl zu nominieren.


Bis zuletzt kein Gegenkandidat in Gotha gefunden

Knut Kreuch will es wissen: Kann er es schaffen und als Gothas Oberbürgermeister wiedergewählt wer-den? Es sei ungewöhnlich, dass er zum vierten Mal im Saal vor seinen Genossen stehe, doch Freunde und Familie hätten ihn darin bestärkt, erneut zu kandidieren, sagt Kreuch in seiner Rede vor der Wahl. Bis zuletzt hat sich kein Gegenkandidat für die Nominierung gefunden.

In seiner Ansprache verzichtet Kreuch zwar auf Reime, vor Leidenschaft strotzt sie trotzdem. Dabei bleibt der 57-Jährige aber auch auf dem Boden der Tatsachen: „Nicht Knut Kreuch hat das gemacht; er hat nur jemanden gefunden, der es


unterstützt“, sagt Kreuch über Errungenschaften für Gotha während seiner Amtszeiten.

2006 sei Gotha noch bedeutungs-los gewesen. „Das haben wir gedreht“, meint Kreuch. Dennoch ist er sich der bevorstehenden Herausforderungen bewusst. Während die AfD für die kommende Landtagswahl immer mehr Zuspruch gewinnen kann, rutscht die SPD immer weiter ab.

In der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Insa kommt die SPD nur noch auf sechs Prozent. Bei der letzten Umfrage im November lagen die Sozialdemokraten noch bei neun Prozent.


Knut Kreuch zufolge können manche Parteimitglieder die Umfragewerte nicht so recht glauben. „Diese Zahl ist leider wahr“, habe er daraufhin gesagt. Umso wichtiger sei es, dass die SPD kämpfe – für al-le Wahlen auf allen Ebenen. Auch diese Oberbürgermeisterwahl sei keine selbstverständliche Wahl.

Im Wahlkampf will Kreuch da-rauf setzen, Menschen zu mobilisieren und herauszustellen, was der Ortsverein bisher geleistet hat. Er habe lange überlegt und sich schließlich gegen ein langes Wahlprogramm entschieden, das dann keiner lese, sagt Kreuch.


Statt Wahlprogramm setzt Kreuch auf die „GOTHA-Formel“

„Stattdessen legt er seine „GOTHA-Formel“ vor. Das „G“ steht Kreuch zufolge für „Gutes Klima“. Damit meint er Anpassungen an den Klimawandel sowie „das menschliche Klima“. „O“ steht für optimale Bildung. Beim „T“ für Tourismus platzt Kreuch der Kragen und regt sich über falsche Investitionen und fehlende Sanierungen am Schloss Friedenstein auf. Er sieht besonderen Ausbaubedarf am Radwegenetz in Gotha. Historische Potenziale fasst er unter „H“ zusammen: Der Hauptbahnhof soll endlich saniert werden; die Jugendherberge soll Gotha auch jungen Menschen nahebringen. Und „A“ wie attraktive Zukunft bedeutet für Kreuch unter anderem, mehr Straßen zu sanieren und Wohnraum bezahlbar zu halten.

Am Ende wird es einstimmig beschlossen: Die SPD setzt in Gotha weiterhin auf Knut Kreuch. Der Kampf im Superwahljahr kann beginnen. Maik Schulz ergreift im Anschluss das Wort: „Wenn man die Thüringer SPD zerschlagen will, muss man uns erst hier besiegen.“

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